Verbreitet das Home Office!

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Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben, zumindest einen Teil der Arbeit von zu Hause zu erledigen, dann stärkt dies sowohl die Zufriedenheit als auch die Loyalität. Nichtsdestotrotz findet Home Office nur in einem Drittel aller Unternehmen Anwendung, diese Quote hat sich seit zwei Jahren nicht geändert. Das ist verblüffend, wenn man die zahlreichen Vorteile des Home Office betrachtet. Beschäftigte mit Home Office-Möglichkeit fühlen sich nämlich enger mit ihrem Betrieb verbunden, sind zufriedener und empfinden ihre Vorgesetzten als fairer. Auffallend ist auch, dass vor allem grössere Betriebe viel Home Office anbieten – bei Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten gar jedes Zweite.

Weil die Wirtschaft aber zu einem grossen Teil aus kleinen Betrieben besteht, bleibt für eine grosse Anzahl an Angestellten der Wunsch nach Home Office unerfüllt. Etwa 40 Prozent aller Mitarbeiter, die keine Möglichkeit für Heimarbeit haben, drücken den Wunsch nach mehr Flexibilität aus. Da dieser Wunsch momentan oft nicht erfüllt wird, sinkt die Motivation und damit auf lange Sicht auch die Arbeitsleistung. Eine Studie kommt sogar zu dem Schluss, dass die Auswirkungen, bewusst das Home Office zu verbieten, bei Mitarbeitenden negativ aufgenommen wird.

Für Beschäftigte ist die Arbeit im Home Office sehr vorteilhaft, weil durch den Wegfall des Arbeitswegs Freizeit gespart und der Beruf sowie das Privatleben besser vereinbart werden können. Natürlich gibt es auch Nachteile. Der Kontakt zu Arbeitskollegen von zu Hause aus ist schwerer und weniger direkt. Ausserdem ist die Vermischung von Arbeits und Privatleben problematisch. Schon bei zwei Drittel aller Angestellten ist es mittlerweile üblich, auch in der Freizeit dienstliche Anrufe und E-Mails zu beantworten. Bei Home Office-Arbeitern kommt noch hinzu, dass sie ohnehin mehr arbeiten und vor allem auch mehr Überstunden machen.

Es gibt aber auch weitere Gründe dafür, wieso sich Home Office nicht so schnell verbreitet wie erwartet. Vielmals ist es den Vorgesetzten wichtig, dass die Beschäftigten regelmässig anwesend sind. Es scheint, dass die Präsenzkultur noch immer sehr verbreitet ist. Ausserdem fehlen oft auch die technischen Voraussetzungen für die Heimarbeit, besonders in den kleineren Betrieben. Gleitzeitmodelle – also die Möglichkeit, flexibler mit der Arbeitszeit umzugehen – sind mittlerweile sehr verbreitet, was noch fehlt sind „Gleitortmodelle“.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Unternehmen Bosch. Mitarbeiter können den Nachmittag dort zu Hause mit ihren Kindern verbringen und die versäumte Arbeitszeit dann nach 20.30 Uhr von zu Hause aus nachholen. Wichtig war es, dass den Mitarbeitern das Recht auf Heimarbeit in einer Betriebsvereinbarung zugesprochen wurde, womit Vorgesetzte solche Wünsche nur noch mit sehr dringenden Gründen ablehnen konnten. Genau solche Modelle braucht es auch in vielen anderen Unternehmen. So ist es nämlich möglich, mehr Abwechslung in die Arbeit zu bringen, die Kreativität und Innovation zu fördern und damit das Unternehmen erfolgreicher zu machen.

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